DER LIV AKTUELLES LOGIN GBG MEDIEN HANDWERK SUCHE FACHBETRIEB GESA AUSBILDUNG KONTAKT
Startseite AKTUELLES

AKTUELLES


RSS-Feeds

Webseite Weiterempfehlen Sitemap Impressum

Systemstabilitätsverordnung verabschiedet

Nachrüstpflicht für Photovoltaikanlagen ist geregelt


Am 18. Juli 2012 verabschiedete das Bundeskabinett die Systemstabilitätsverordnung (SysStabV). Damit steht fest, dass Photovoltaikanlagen, die vor dem 1. Januar 2012 ans Netz gegangen sind, nachgerüstet werden müssen. Der ZVEH hatte sich in den vergangenen Monaten, u.a. in der Arbeitsgruppe, die beim Bundeswirtschaftsministerium den praktischen Ablauf der Umrüstung plant, intensiv dafür eingesetzt, dass die Umrüstarbeiten ausschließlich durch ausgewiesene Elektrofachkräfte ausgeführt werden dürfen. Diese müssen bei einem Unternehmen beschäftigt sein, das im Installateurverzeichnis der Verteilnetzbetreiber eingetragen ist. Nach Schätzungen sind etwa 315.000 Anlagen nachzurüsten.

Die Systemstabilitätsverordnung verpflichtet die Stromverteilnetzbetreiber, die erforderlichen Nachrüstungen innerhalb von drei Jahren durch Fachfirmen ausführen zu lassen, die sie beauftragen. Dazu gehören auch Wechselrichterhersteller. Die Kosten werden je zur Hälfte über die EEG-Umlage und die Netzentgelte finanziert.
Betroffen sind alle Betreiber von Anlagen am Niederspannungsnetz mit Leistungen zwischen zehn und 100 Kilowatt, die zwischen dem 31. August 2005 und dem 1. Januar 2012 in Betrieb genommen wurden, sowie Anlagen mit mehr als 100 Kilowatt mit Inbetriebnahmedatum zwischen dem 30. April 2001 und dem 1. Januar 2012. Systeme am Mittelspannungsnetz werden ab einer Leistung von 30 Kilowatt mit einbezogen. Für sie gilt der Zeitraum 30. April 2001 bis 1. Januar 2009.

Die Wechselrichter werden aber nicht ausgetauscht, sondern umparametriert. Einerseits geschieht das per Update aus der Ferne, bei vielen Geräten ist jedoch eine Umparametrierung vor Ort erforderlich. Die individuellen Erfordernisse werden über eine Abfrage beim Anlagenbetreiber ermittelt. Die Anlagenbesitzer ihrerseits sind zur Mitwirkung verpflichtet, ansonsten verlieren sie ihren Anspruch auf Vergütung aus dem EEG
.
 
 
Quelle: ZVEH

 
Zum Hintergrund:
Ältere Photovoltaikanlagen trennen sich bei einer Überschreitung der Netzfrequenz von 50,2 Hertz unverzüglich vom Netz. Damit ergeben sich aufgrund der entstehenden Spannungsschwankungen und der stetig steigenden Anzahl von Photovoltaik-Anlagen erhebliche Risiken für den Netzbetrieb. Wird der Frequenz-Schwellenwert zu einem Zeitpunkt mit hoher Photovoltaik-Einspeisung überschritten, schalten sich im Extremfall zeitgleich mehrere Gigawatt an Einspeiseleistung ab. Der resultierende Leistungssprung kann signifikant höher sein als die europaweit vorgehaltene Primärregelleistung, so dass die Leistungsfrequenzregelung die Netzfrequenz nicht mehr stabilisieren kann. Zudem kann ein näherungsweise zeitgleiches Wiederzuschalten der dezentralen Erzeugungsanlagen bei einer Frequenzerholung zu einem erneuten Überschreiten der Frequenz von 50,2 Hertz und damit zu einem erneuten Abschalten der Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz führen ("Jo-Jo"-Effekt). (Quelle: BDEW).
Druckbare Version

Neues Smart-TV-Glossar für Verbraucher Umsetzung der WEEE-Novelle in nationales Recht

Copyright by LIV - SA 1990 - 2016