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Rauchwarnmelderpflicht nun in 11 Bundesländern

Quelle: LIV ESA 6_2013



Rauchwarnmelderpflicht nun in 11 Bundesländern

 

Rauchgase werden bei Bränden häufig unterschätzt. Doch sie breiten sich weitaus schneller als Flammen aus und sind deutlich gefährlicher: 80 bis 90 Prozent aller Brandopfer fallen nicht dem eigentlichen Feuer, sondern dem Rauch zum Opfer. Die meisten Bundesländer haben diese Gefahr erkannt, nun auch Bayern und Nordrhein-Westfalen: Seit 1. Januar 2013 gilt deshalb im Freistaat die Rauchwarnmelderpflicht, NRW zog am 1. April nach. Neubauten müssen ab sofort mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden. Für Bestandsbauten gelten Übergangsfristen: NRW hat dafür bis Ende 2016 Zeit, Bayern ein Jahr mehr. Bis dahin haben Haus- und Wohnungseigentümer Zeit, nachzurüsten. Rauchwarnmelder können Leben retten, vor allem bei Bränden in der Nacht. Denn dann schläft auch der Geruchssinn, sodass die gefährlichen Brandgase nicht bemerkt werden. 70 Prozent aller Brandopfer werden im Schlaf überrascht. In Deutschland waren das laut statistischem Bundesamt im Jahr 2010 rund 400 Menschen. Der giftige Rauch kann bereits nach zehn Atemzügen zum Tod führen. Rauchwarnmelder könnten dies verhindern, denn ihr durchdringendes akustisches Signal weckt Bewohner auch aus dem tiefsten Schlaf und verschafft ihnen genügend Zeit, sich und alle Angehörigen in Sicherheit zu bringen. Nicht nur Fahrlässigkeit ist Auslöser der jährlich etwa 200.000 Brände. Sehr oft liegt die Ursache in technischen Defekten, wie zum Beispiel Kurzschlüssen, Schwel- oder Kabelbränden an Fernsehern, Kühlschränken oder Wäschetrocknern. Angesichts dieser Tatsachen haben die Gesetzgeber in den meisten Bundesländern reagiert und schreiben Rauchwarnmelder vor. Schon deshalb sollten sowohl Hausverwalter als auch Wohneigentümer und Mieter jetzt reagieren und in ihren Wohn- und Schlafräumen Rauchwarnmelder installieren. Die Geräte kosten vergleichsweise wenig Geld, sind leicht zu installieren und retten Leben. Es gibt einige Punkte, an denen sich Käufer bei der Auswahl eines Rauchwarnmelders orientieren können: Der Rauchwarnmelder sollte das CE-Zeichen aufweisen -  es besagt, dass das Produkt in Europa verkauft werden darf. Noch wichtiger aber ist das Logo von VdS und Kriwan: Die beiden notifizierten Prüfinstitute unterziehen die Rauchwarnmelder ständigen Qualitätskontrollen. Bestehen die Produkte den Test, werden sie mit einer Prüfnummer und dem Logo der Prüfinstitute versehen. Hausbesitzer sollten zudem auf den richtigen Installationsort achten: Laut Anwendungsnorm DIN 14767 muss jeweils in Schlafräumen und Kinderzimmern sowie in Fluchtwegen mindestens ein Gerät angebracht werden. Um einen häufigen Batterieaustausch zu vermeiden und somit den Komfort zu erhöhen, empfehlen sich Geräte mit einer möglichst langen Lebensdauer der Batterie.

Die Regeln im Überblick:

Nordrhein-Westfalen
Die Landesregierung führte die Rauchwarnmelderpflicht in NRW zum 01.April 2013 ein. Ab diesem Tag müssen alle Neubauten mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden. Bestandsbauten müssen in der Übergangsfrist bis zum 01.01.2017 ausgestattet werden.

Bayern
Eingeführt wurde die Rauchwarnmelderpflicht in Bayern am 25. September 2012, mit Wirkung zum 01. Januar 2013. Wohnungen, die ab dem 1. Januar 2013 errichtet werden, müssen mit Rauchwarnmeldern entsprechend der gesetzlichen Vorgaben ausgestattet sein. Für bestehende Wohnungen gilt eine Übergangsfrist zur Nachrüstung mit Rauchwarnmeldern bis zum 31.12. 2017.

Saarland
Nachrüstpflicht in Neu- und Umbauten für Schlaf- und Kinderzimmer für Flure, die als Rettungswege dienen

Hessen
Nachrüstpflicht in vorhandenen Wohnungen bis 31. 12. 2014. In Neu- und Umbauten und Bestandsbauten für Schlaf- und Kinderzimmer für Flure, die als Rettungswege dienen

Rheinland-Pfalz
Nachrüstpflicht in vorhandenen Wohnungen bis 30. 06. 2012. In Neu- und Umbauten und Bestandsbauten für Schlaf- und Kinderzimmer für Flure, die als Rettungswege dienen

Thüringen
Nachrüstpflicht in Neubauten für Schlaf- und Kinderzimmer für Flure, die als Rettungswege dienen

Sachsen-Anhalt
In Neu-, Um- als auch in Bestandsbauten für Schlafräume, Kinderzimmer und Flure Nachrüstpflicht in vorhandenen Wohnungen bis 31. Dezember 2015

Niedersachsen
Für Neubauwohnungen gilt mit in Kraft treten der Bauordnung das Gesetz ab 01.11.2012. Bereits errichtete oder genehmigte Wohnungen müssen mit einer Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2015 mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden. Die Regelung gilt für Schlaf- und Kinderzimmer sowie für Flure, die als Rettungswege dienen.

Bremen
Nachrüstpflicht in vorhandenen Wohnungen bis 31.12.2015. In Neu- und Umbauten und Bestandsbauten für Schlaf- und Kinderzimmer für Flure, die als Rettungswege dienen

Hamburg
Nachrüstpflicht in vorhandenen Wohnungen bis 31. 12. 2010. In Neu- und Umbauten und Bestandsbauten für Schlaf- und Kinderzimmer für Flure, die als Rettungswege dienen

Schleswig Holstein
Nachrüstpflicht in vorhandenen Wohnungen bis 31. 12. 2010. In Neu- und Umbauten und Bestandsbauten für Schlaf- und Kinderzimmer für Flure, die als Rettungswege dienen

Mecklenburg-Vorpommern
Nachrüstpflicht in vorhandenen Wohnungen bis 31. 12. 2009. In Neu- und Umbauten und Bestandsbauten für Schlaf- und Kinderzimmer für Flure, die als Rettungswege dienen



 

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