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Energiewende ist gleich Marktwende

Medieninformation

Frankfurt / Main, 27.09.2012 

Heidelberger E-Symposium  

Energiewende ist gleich Marktwende

Marktpartner verfassen Heidelberger Positionen zur Energiewende

 

Auf die Heidelberger Positionen zur Energiewende haben sich zum Ende des E-Symposiums Die E-Branche im Zeichen der Energiewende die Marktpartner aus Industrie, Großhandel und Handwerk geeinigt. Sie unterzeichneten am 21. September 2012 das Vier-Punkte-Papier, in dem sie festlegen, die Ziele der Energiewende zu unterstützen und zu beschleunigen. Gemeinsam wollen sie jeweils Produkte und Dienstleistungen dafür einbringen und die Gebäudevernetzung als wichtigen Baustein für Energieeffizienz vorantreiben. Im Fokus der Aktivitäten für die E-Wende stehen die Fort- und Weiterentwicklung von Qualifikationsmaßnahmen und von weiteren energieeffizienten Produkten und Systemen sowie die Ausrichtung von Vertriebs- und Marketingstrategien an den Zielen der Energiewende. Außerdem wollen sie gemeinsam für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz werben. Die Heidelberger Positionen fassen das Ergebnis des zweitägigen E-Symposiums zusammen, zu dem sich die E-Branche am 20. und 21. September 2012 in Heidelberg traf. Es wurde veranstaltet von der ABB gemeinsam mit dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).

 

Wirtschaftskraft der Energiewende bisher unterschätzt

Der erste Tag fokussierte die Energiewende aus Sicht von Politik, Industrie, des Handwerks und der Verbraucher. Einig waren sich alle darin, dass die aktuelle Situation historische Dimensionen hat und dass sich die Energieversorgung schon jetzt mit einer rasanten Dynamik verändert hat, deren Geschwindigkeit alle Partner vor nie gekannte Herausforderungen stellt. Als ersten Redner begrüßte ARD-Journalistin Inka Schneider, die das E-Symposium moderierte, den Bundestagsabgeordneten Dr. Gerhard Schick (Bündnis90/Die Grünen). Er zeigte besonders die Chancen auf, die diese Umbruchsituation mit sich bringt: Von der Energiewende geht eine enorme Wirtschaftskraft aus, sie ist Wirtschaftstreiber . Schick ist überzeugt, dass ihre Marktdynamik und Innovationskraft bisher nicht erkannt wurden: Es gilt, diese gesellschaftliche Aufgabe auch betriebswirtschaftlich voranzubringen. Dafür brauchen wir Kompetenz auf allen Ebenen, aber auch Verlässlichkeit und Gestaltungswillen! Es gehöre zu den zentralen Aufgaben des Handwerks, die Menschen über die Möglichkeiten zu informieren.

 

Handwerk das Gesicht der Energiewende

Das Handwerk ist für den Kunden das Gesicht der Energiewende , bestätigte ZVEH-Präsident Walter Tschischka. Die E-Handwerke sehen in der dezentralen Energieerzeugung, in der Nutzung von eigenerzeugter Energie, in der Energieeffizienz und bei Energiedienstleistungen ihre Aufgabengebiete. Die komplexe neue Welt der Energieversorgung rufe zugleich neue Wettbewerber auf den Plan. Die Tatsache, dass Telekommunikationsdienstleister neuerdings Kooperationen mit Energieversorgern eingehen und im Bereich Smart Home tätig werden, sei ein Beispiel dafür, welche Umbrüche wir in den nächsten Jahren zu erwarten haben , sagte Tschischka.

 

Technologische Pionierleistungen

Peter Terwiesch, Vorstandsvorsitzender der deutschen ABB, verglich die derzeitigen Pionierleistungen mit der Erfindung des Automobils vor gut 125 Jahren. Die erste Netzanbindung eines großen Offshore-Windparks in der Nordsee mit Hochspannungs-Gleichstrom war ein Weltrekord. Mit den Folgeprojekten bereiten wir den nächsten Weltrekord vor und parallel forschen wir für den übernächsten , so Terwiesch. Für den Erfolg der Energiewende sei aber noch ein massiver Bewusstseinswandel nötig. Das Energiesparpotenzial im Haushalt liege bei 50 bis 80 Prozent, vor allem über Automatisierung. Die Technologie für mehr Energieeffizienz in Gebäuden entwickele sich derzeit rasant weiter, so Terwiesch. Neuestes Beispiel sei der EE-Bus, der in der Branche breit unterstützt werde und eine echte Chance darstelle.

 

Akzeptanz nutzen

Manche haben die Komplexität der Energiewende wohl unterschätzt , stellte Dr. Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale fest. Für das Vorhaben Energiewende gebe es in der Bevölkerung derzeit noch eine hohe Akzeptanz, daran seien aber auch Erwartungen geknüpft. Je deutlicher allerdings klar wird, welche Kosten auf die Verbraucher zukommen, desto mehr sinke die Zustimmung. Der Kunde überlegt sich dann, ob er lieber eine Kreuzfahrt macht oder sein Haus dämmen lässt , gibt er zu Bedenken. Krawinkel prognostizierte, dass die Strompreise in den kommenden Jahren um bis zu 50 Prozent steigen werden. Auch sei die Monopolstellung der Energieversorger keine Selbstverständlichkeit mehr. Zugleich warb Krawinkel für eine Verständlichkeit der Begriffe : Der Kunde muss verstehen, wovon wir sprechen! Die wenigsten wüssten, was Smart Meter und Smart Grid bedeuten.

 

Jeder sucht seine Marktrolle

Am zweiten Tag definierten Repräsentanten von Industrie, Handwerk und Energieversorgungswirtschaft ihre Marktrollen. Hans-Georg Krabbe von der ABB ging in seinem Impulsreferat auf den Energiedienstleistungsmarkt ein: Dieser Markt kann nur funktionieren, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und sich jeder von uns auf seine Fähigkeiten und Kernkompetenzen konzentriert , appellierte er an alle Partner. Ingo Alphéus von RWE Energieeffizienz schilderte die Situation der Energieversorger, die durch die dezentrale Energieversorgung derzeit Absatzvolumen verlieren: Wir haben immer weniger Netzkunden und es wird immer weniger Energie verbraucht. Auch politische Vorgaben zwingen die EVU, auf neuen Geschäftsfeldern tätig zu werden. Dafür setze man auf die Kooperation mit dem Handwerk und sein individuelles Leistungsangebot. Nur ein intelligentes Haus wird die aus regenerativen Quellen erzeugte Energie effizient managen : Karlheinz Reitze von Stiebel Eltron hob die Vorteile intelligenter Steuerungen im Zusammenspiel mit speicherfähigen Systemen hervor und brachte die Position der Industrie auf einen Punkt: Unsere Produkte sind der Schlüssel für den Erfolg der Energiewende . Das Bedürfnis der Kunden nach Unabhängigkeit betonte Lothar Hellmann vom ZVEH. Die technische Dienstleistung zu erbringen sei keine Schwierigkeit. Kritisch werde es, wenn die Kunden Finanzierungen, zum Beispiel über Contracting, nachfragten. Das Handwerk muss seine Eigenständigkeit behalten. Dieser junge Markt der Energiedienstleistungen braucht unbedingt einen funktionierenden Wettbewerb , forderte Hellmann.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion sicherte Thomas Wätzel vom Bundesverband des Elektrogroßhandels den Marktpartnern im dreistufigen Vertrieb zu, dass der Großhandel seinen Teil für das Gelingen der Energiewende beitrage, indem geschultes Personal die Kunden aus Industrie und Handwerk mit dem nötigen fachlichen Knowhow beraten. Alle Gesprächspartner waren sich zudem darin einig, dass bei der Gebäudevernetzung mehr technische Standards nötig seien.

 

Klugheit und nicht Schnelligkeit ist gefragt

Hildegard Müller vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) rückte die Interessen der Verbraucher in den Mittelpunkt: Solange der Verbraucher verunsichert ist, wird er nicht investieren! Die Branche müsse gegenwärtig mit dieser Unsicherheit leben und trotzdem die nächsten Schritte tun. Die Energieversorger brauchen das Handwerk, das mit seiner Kundenähe Vorbild ist , so Müller. Auch die Geschäftsmodelle der EVU änderten sich. Dabei lässt sich die Energiepolitik nicht mehr nur national betrachten, sie ist ein Momentum der Industriepolitik geworden . Die Energiewende bedeute also auch eine Regulierungswende , sonst gerieten vorhandene Strukturen durcheinander , so Müller. Für das Gelingen der Energiewende ist Klugheit und nicht Schnelligkeit gefragt!

 

Aufgaben nur gemeinsam zu schaffen

In der Abschlussdiskussion wurde klar, dass die Energiewende eine Neuausrichtung des Marktes auslöst. Energiewende ist gleich Marktwende, das sollten wir uns klar machen , so Tschischka in seiner Zusammenfassung. Das E-Symposium habe erneut gezeigt, wie wichtig der bewährten Zusammenhalt der Branche im dreistufigen Vertrieb ist, betonte Krabbe: Die Aufgaben sind nur gemeinsam zu schaffen. Wenn wir miteinander denken, miteinander planen und miteinander handeln, dann ist alles möglich.


 

Bildunterschrift:

Unterzeichneten die Heidelberger Positionen zur Energiewende: (v.li.n.re.) Thomas Wätzel, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands des Elektro-Großhandels (VEG), Dr. Hans Henning, Hauptgeschäftsführer VEG, Walter Tschischka, Präsident Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Ingolf Jakobi, Hauptgeschäftsführer ZVEH, Hans-Georg Krabbe, Mitglied des Vorstands ABB Deutschland, und Adalbert M. Neumann, Vorsitzender der Geschäftsführung Busch-Jaeger Elektro.

Foto: ABB/Siermann


 

Heidelberger Positionen zur Energiewende

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